Back in da hood…..
Moinsen,
nach unseren, leider viel zu kurzen,Trip nach Istanbul bin ich wieder back in the game und bereit für kommende Aufgaben und Jobs. In den nächsten Wochen scheint viel Arbeit anzustehen und dafür war unser kleiner Trip, in eine der geilsten Städte der Welt, definitiv nochmal eine schöne Erholungspause, obwohl wir uns eigentlich selten dort erholen konnten, da man in 7 Tagen vor Ort echt eine Menge zu tun hat.
Dieser Eintrag wird sich also nur mit Istanbul beschäftigen, aber fangen wir vorne an.
Letzten Mittwoch stiegen wir gegen 9 Uhr morgens in Tegel in den Flieger um nach 7 Std (3 Std. Flug und 4 Std Aufenthalt in Wien) in Istanbul anzukommen
Natürlich war das ganze direkt anfangs ein kleiner Kulturschock, aber den hatten wir ja eh erwartet. Unser Hostel lag am ersten Abend direkt neben der blauen Moschee. Leider war es eines der erbärmlichsten Hostels die ich jemals erlebt habe. Wir hatten eigentlich ein anderes gebucht, aber da die schon voll waren ,haben sie uns zu diesem weitervermittelt und naja, wie soll man sagen, es war sowas wie ein Kellerloch ohne Fenster, aber dafür mit sage und schreibe 12 Betten drin ! Natürlich gab es keine Locker, was mir natürlich mit dem Kameraequipment absolut nicht gefiel, aber irgendwie haben wir es schließlich geschafft die Jungs dort so zu bequatschen, dass wir Ihren riesigen Safe benutzen konnten um Technik u.a. abzulegen.
Nach Ablegen der Rucksäcke ging es raus. Egal wohin, Hauptsache raus aus dem Loch und das Meer finden. 5 Min später standen wir am Meer und waren glücklich, gleichzeitig aber auch hungrig. Also nahmen wir erstmal ein undefinierbares Essen an einer kleinen Bretterbude ein. Es roch einfach zu gut, um nicht in Versuchung zu kommen.
Das mit dem Essen wird sich übrigens ständig in diesem Eintrag wiederholen. Wir haben uns im wahrsten Sinne des Wortes durch diese Stadt gefressen. Es gab nichts, was wir nicht mitgenommen haben und es ist auch verdammt schwer an diesen ganzen Gerüchen einfach vorbeizulaufen.
Nach unserem kleinen Appetizer musste dann schließlich der ‘Lonely Planet’ herhalten und uns in unserem Viertel irgendwas Gutes zum Essen empfehlen. Gar nicht so leicht, da Sulthanamet einfach mal derbe touristisch ist und der ‘Lonely Planet’ von jeden Restaurant abriet. Ein einziges gab es dann schlußendlich doch, also liefen wir los, verirrten uns einige Male,aber fanden schließlich 45 Min später doch noch das besagte Lokanta in dem es keinen einzigen Touristen geben soll, tatsächlich waren wir die einzigen Touristen unter vielen Türken. Das Essen war vorzüglich und einfach nur empfehlenwert, vor allem hat es uns einfach derbe satt gemacht.
Danach verirrten wir uns rund um den Grand Bazar und liefen mindestens 30 min. durch enge Gassen die menschenleer waren. Das ganze war ein wenig unheimlich, vor allem als wir aufeinmal lautes Knurren und Hächeln hörten und nicht wussten wo es herkommt bis wir über uns , zwei ,nicht gerade sehr nette, Hunde sahen, die wohl extrem lange nichts mehr zu essen bekommen hatten und die ganze Zeit versuchten die 5 Meter hohe Mauer herunterzuspringen. Glücklicherweise siegte wohl die Vernunft der Beiden über den Hunger und wir kamen nochmal mit einem blauen Auge davon.
Danach war dann das Warten auf Philip angesagt, der um 22.30 landen sollte, wir gingen in irgendeine Touri-kneipe um noch das Barca - Bayern Spiel zu sehen.
Als Phil dann endlich um 0.30 Uhr bei uns ankam, haben wir uns nochmal überwunden zum Wasser zu laufen, um noch ein ‘Effes’ auf den Beginn unserer Reise zu trinken.
Der folgenden Tag war dann eher verplant, viel umhergelaufen ,irgendwann fanden wir uns dann in Taskim wieder, was so ein bisschen der P’berg von Istanbul ist, extrem viele Bars, nicht allzuviele Touristen und volle Straßen. Da Sulthanamet auf Dauer nicht klargehen würde, dafür reichte wirklich ein Abend um das zu begreifen, machten wir uns direkt auf die Suche nach einen neuen Hostel. Glücklicherweise fanden wir das und konnten am nächsten Tag direkt nach Taskim ziehen. um in einen noch engeren Hostel, aber dafür mit weitaus gechillteren Menschen und einer exzellenten Lage, für das Wochenende gerüstet zu sein.
Taskim konnte ja nur toll sein, nachdem wir unsere guten Berliner CBS-Fäuste im ganzen Viertel entdeckt hatten.
Wie bereits erwähnt, hatten wir verdammtes Glück noch drei Betten zu bekommen, da es echt wenig Hostels in dem Bezirk gibt und wir dazu, wie blöderweise jedes Jahr,immer zu Ostern, unterwegs waren. Also hatten wir als Zimmer eine unglaublich enge Notunterkunft, die wieder keine Locker besaß, also wieder Panik wegen Equipment, aber hier konnte ich es einfach an der Bar abgeben und glücklicherweise hat es auch niemand mitgenommen, obwohl ich mir sicher bin, dass die Barleute wahrscheinlich jeden die Fototasche in die Hand gedrückt hätten, wenn man nach ihr gefragt hätte.
Wie gesagt unser Zimmer war eng, aber wir hatten auch so unseren Spass, man brauch halt doch nur ein ‘Effes’ um sich auch auf kleinsten Raum wohl zu fühlen.
Nach dem Umzug gings dann eigentlich auch direkt los. Irgendwann gegen Mittag habe ich mich mit einen Photographen aus Istanbul getroffen, um an meiner Reportage zu fotografieren. Naja, der eigentliche Plan einer Reportage über den großen Basar zu machen, habe ich ziemlich schnell geknickt, da mir der Basar absolut nicht gefallen hat und zu viele Touristen dort rumliefen. Aber der Spicebasar und Fischmarkt nebenan haben doch einige interessante Bilder geliefert. Zufrieden bin ich trotzdem nicht, vielleicht war ich einfach zu sehr in Urlaubsstimmung und mit sovielen anderen Dinge beschäftigt, dass ich mir zu wenig Zeit dafür genommen habe. Ich werde sehen, was für Feedback ich auf die Reportage erhalte und die Bilder nochmal ordentlich sichten. Schlußendlich denke ich aber, dass ich etwas anderes fotografieren werde.
Der Fischmarkt hat aber aufjedenfall Potential um dort nochmal was größeres zu drehen. Es ist halt irgendwie auch extrem schwer, da die Verkäufer sich wegdrehen wenn sie checken dass sie fotografiert werden und man ihnen ,ohne jegliche Türkischkenntnisse, nicht erklären kann was man macht.
Unser Tag war trotzdem ziemlich cool und wir sind dann mit Faruk noch, im angeblich besten Wasserpfeifenkaffee Istanbuls, eingekehrt. Es befand sich im 7. Stock,mit bester Aussicht von der Terrasse auf die Stadt, es war wieder mal ein Geheimtip, da die Pfeife echt super lecker war und wir wieder ohne Touristen ausgekommen sind.
Danach hat er uns noch einige Bars und Clubs in der Stadt empfohlen, die wir dann auch direkt am Abend ausgetestet haben. Das Nachtleben in Istanbul wirklich um einiges heftiger als in Berlin oder anderen Städten, habe selten so viele, bis zum Rand gefüllte, Bars gesehen und soviel gute Musik gehört. Egal ob es die extrem gute Livemusik war, die wir in vielen Bars angetroffen haben, ob es extrem guter Elektro war oder guter HipHop, es hat einfach alles gepasst. Nach ‘crossing the bridge’ kann ich nun auch aus eigener Erfahrung sagen, dass Istanbul definitiv für mich zu den Welthauptstädten der Musik gehört. Man findet einfach an jeder Ecke andere Musikrichtungen die für mich immer absolute ‘creme de la creme’ waren.
Nach ein wenig ausschlafen gings dann schließlich am Samstag eher versehentlich, weil nur ein wenig fertig von der Nacht zuvor, auf die falsche Seite von Asien. Das stellte sich aber im nach hinein als total gutes Versehen da, da wir Kadiköy kennenlernten. Der Bezirk zeichnet sich eigentlich durch nichts besonderes ab, außer das hier wirklich 0% Touristen waren und die Preise aufeinmal nur noch die Hälfte von der europäischen Seite hatten. Da drüben lief auch alles sehr viel ruhiger ab und die Menschen wirkten noch sympathischer als auf der anderen Seite. Nach einem ausgiebigen Marktbesuch und gutem Essen fühlten wir uns ein bisschen wie im F’hain, da die Leute im Durchschnitt schon ziemlich jung waren und anscheinend viele Musiker oder Musikfans dort lebten. Dazu gab es wieder einiges an Bars und dadurch fassten wir den Plan nochmal 2 Nächte auf der asiatischen Seite zu verbringen.
Abends haben wir wieder in Taskim ein bisschen die Bar und Clubszene kennengelernt und fühlten uns morgens um 8 auch dementsprechend
Sonntag war dann der andere Teil von Asien dran, der eigentlich absolut gar nichts spannendes zu bieten hatte, außer einen extrem guten Essen und wieder mal die Schifffahrt mit unseren bis dahin schon extrem beliebten Tee. Ich glaube wir wollten einfach mal wieder über den Bosporus fahren und Tee trinken und hatten uns deswegen dafür entschieden zum anderen Teil von Asien zu fahren
Der Sonntag zog an uns vorbei und plötzlich war es 19 Uhr und es hieß Derby Time!
galatasaray vs. fenerbahce
Wir waren ein bisschen zu spät zum Anpfiff in einer Bar eingetrudelt, aber das war schon heftig irgendwie. Die ganze Stadt wirkte wie leergefegt, alle Menschen saßen in Bars oder zu Hause und schauten das Spiel. Also definitiv ein sehr fussballbegeistertes Land
Das Spiel war solala, extrem schnell zwar und emotional aufjedenfall auf höchsten Niveau, aber klare Spielzüge oder ähnliches gab es nicht, dafür aber ein wirklich geniale Nachspielzeit ab der 90 min die man sich defintivi anschauen sollte.
Danach ging es nach einem leckeren Essen ins Bett, da wir echt total durch waren .
Montagmorgen haben wir uns dann versucht ein Hostel in Kadiköy zu finden, leider erfolglos. Glücklicherweise haben wir nach langen hin und her googlen ein Guesthouse auf dem Unicampus gefunden.
Ganz großes Kino kann man nur sagen, wir hätten vorher nichtmal im Traum daran gedacht, dass wir am Ende auf dem Unicampus schlafen werden. Als wir dort ankamen und uns endlich bis zum Guesthouse durchgefragt hatten bekamen wir ein wenig Angst, da das Haus von außen wie eine Marzahnplatte aussah und riesig gewesen ist. Wir rechneten schon mit absolut ranzigen Zimmern, wurde aber glücklicherweise eines besseren belehrt. Als wir eintraten fühlten wir uns geradezu in ein Luxusappartment katapultiert. Nach 4 Nächten auf engsten Raum betraten wir ein Zimmer mit einer Fläche, die auch locker als Tanzfläche durchgegangen wäre. Aber seht selbst
Der Ausblick war zwar nicht schön, hatte aber in der Nacht durchaus seinen Reiz.
Ansonsten widmenten wir uns Montag und Dienstag allen Sehenswürdigkeiten. Von der Blauer Moschee über Hagia Sophia bis zu den Zisternen haben wir alles abgeklappert. durchaus beeindruckt nach soviel pompöser Architektur, aber leider mit wenigen guten Bildern, da immer viel zu viele Touristen überall waren, um wirklich schöne Bilder zu machen, schlossen wir unsere Reise am Dienstagabend mit Raki, ‘Effes’und einen echt genialen Fussballspiel (Chelsea - Liverpool) ab. Nebenbei haben wir uns noch etwas zum Anziehen gekauft, ein paar Gewürze mitgenommen und interessante Minibusse kennengelernt.
Was bleibt am Ende zu sagen, Istanbul ist definitiv eine Reise wert und wir haben uns geschworen im September wiederzukommen, um die Stadt noch weiter zu erleben. Eine Woche ist zu wenig.
Eine Karte von uns, fasst glaube ich , die wichtigsten Impressionen ziemlich gut zusammen…
Danke Istanbul für die schöne Zeit und danke an euch, dass ihr euch die Zeit genommen habt diesen langen Text zu lesen, komischerweise war mein Plan einen kurzen Eintrag zu schreiben, dass ich wieder da bin, daraus ist nun ein langer, mehrseitiger Aufsatz geworden. Ich hoffe trotzdem, dass ihr es bis zum Ende geschafft habt und nun ein wenig neidisch seid
Wer Infos braucht, kann mich gerne anschreiben.
Jetzt gehts wieder an die Arbeit!
Cheerio…











by Franzi
On April 17, 2009 at 07:47
Oh ja ich bin neidisch und im september möchte ich bitte mit!!!!!
ich kauf mir auch nen schleier
aber sag mal, das hört sich eher nach einer reise eines koches an, als die eines fotografens *hihi*
bin auf mehr fotos gespannt.
na dann gülu gülu